Reisebericht: Geocaching in Stockholm / Schweden – Ostereiersuche mal anders…

Letztes Jahr hatte ich das lange Wochenende an Ostern genutzt um den Südwesten Europas in Lissabon zu erkunden. Allerdings war das Wetter damals eher mäßig, sodass dieses Jahr der Norden Europas seine Chance erhielt nutzte, mich mit tollem Wetter über Ostern zu begeistern. Da ich Skandinavien bisher höchstens aus Erzählungen von Freunden, schwedischen Krimis im TV oder Astrid Lindgrens Büchern kannte, fiel die Wahl auf die größte Stadt Skandinaviens, Stockholm.

Die Flüge buchte ich mit den Star Alliance Partnern Lufthansa und SAS. Um die Zeit möglichst auszunutzen, ging es am Karfreitag mit LH 800 um 7 Uhr von Frankfurt nach Arlanda und Ostersonntag um 16:55 Uhr mit SK 673 wieder zurück. Der Flughafen Arlanda liegt zirka 50 km außerhalb der schwedischen Hauptstadt, ist aber mit einem Schnellzug, dem Arlanda Express an die Innenstadt angeschlossen. Die Fahrtzeit beträgt ungefähr 20 Minuten und ist, vor allem verglichen mit den schäbigen S-Bahnen, die den Frankfurter Flughafen derzeit (noch) mit dem Airport verbinden, höchst komfortabel. An Wochenenden kann man relativ günstige Return-Tickets für 325 SEK (ca. 36 Euro) pro Person buchen. Man legt sich bei Buchung bereits auf den Tag fest und kann das Ticket nicht umbuchen. Nach der Ankunft im bewölkten Stockholm ging es also direkt zum Arlanda Express und damit nonstop zum Hauptbahnhof (Stockholm Centralen). Von dort begaben wir uns zu Fuß zu unserer Unterkunft im Hilton Stockholm Slussen. Das Hilton liegt auf der Insel Södermalm, südlich der Gamla Stan (Altstadt).  Im Hotel angekommen, konnten wir trotz der frühen Ankunft (gegen 11 Uhr) schon unser Zimmer beziehen. Außerdem hatten wir dank HHonors Gold Status ein Upgrade auf ein Twin Deluxe Zimmer mit kleinem Balkon und Blick auf die Gamla Stan bekommen.

Passend zu Ostern hatten wir uns für diesen Wochenendtrip entschieden, die Stadt mal nicht auf konventionellem Wege zu erkunden, sondern mittels Geocaching (mehr Infos dazu bei Wikipedia oder hier).  Ostereiersuche als mal anders… :) Der erste Cache (Highest in Town) führte uns zu einer tollen Aussicht über weite Teile Stockholms, so konnten wir uns direkt einen Überblick verschaffen. Anschließend machten wir uns auf den Weg durch die Gamla Stan zum königlichen Palast und dem Riksdagshuset. Dann führte uns der Weg weiter Richtung Norden durch die Einkaufsstraße Vasagatan und Upplandsgatan.  Die ausgiebige Shoppingtour ließen wir jedoch ausfallen und konzentrierten uns auf das Erkunden der Stadt. So ging es zum Humlegarden; von dort marschierten weiter auf die kleine Insel Skeppsholmen, die früher den Hauptsitz der schwedischen Marine beherbergte. Mittlerweile finden sich dort vor allem Museen (z.B. Museum of Modern Art). Skeppsholmen ist definitiv einen Besuch wert, auch wenn man wie wir keines der Museen besucht! Bei mittlerweile bestem Wetter ging es dann zum Aussichtspunkt Monteliusvägen, von wo aus man den Sonnenuntergang wunderbar genießen kann. Nach dem ein oder anderen Geocache und einer Pizza aus dem Steinofen von Michelangelo ging es dann ins Hotel zurück.

Der nächste Tag begann mit ausgiebigem Frühstück im Hotel und den Planungen für die heutige Caching-Tour. Wir hatten am ersten Tag die Altstadt bereits ausgiebig erkundet und so sollte es auf die Insel Djurgarden gehen. Die Insel beherbergt unter anderem das Freilichtmuseum Skansen, das Vasa-Museum und den Freizeitpark „Gröna Lund“. Da uns Djurgarden allerdings sehr weiläufig erschien, entschieden wir uns, Fahrräder zu mieten. In Stockholm gibt es, ähnlich wie in vielen deutschen Städten, ein Bike-Sharing Angebot. Um drei Tage die „Citybikes“ zu nutzen, kauft man in einem 7eleven-Shop (fast an jeder Ecke zu finden) eine Karte für 165 SEK (ca. 18 Euro). Mit dieser Karte kann man an einer vor 100 Stationen Fahrräder für 3 Stunden ausleihen. Direkt im Anschluss kann man sich erneut ein Rad ausleihen. Mit den Citybikes machten wir uns dann auf entlang des Strandvägen zum geocachen auf Djurgarden. Auf Djurgarden ließen wir es ruhig angehen und genossen die Sonnenstrahlen und den blauen Himmel auf einem kleinen Steg beim Junibacken-Kindermuseum. Weiter auf der Insel entlang ließen wir uns durch den Park um den Prins Eugens Waldemarsudde. Dazwischen machten wir immer mal wieder an schönen Fleckchen in der Sonne halt, ebenso auf dem Rückweg in Richtung der Innenstadt und der Gamla Stan, dort ging es dann ins Torget um endlich die ersehnten Köttbullar zu essen (pro Person inklusive Getränk knapp über 20 Euro).

Obwohl dann schon die Abreise bevorstand, ging es auch am letzten Tag nochmal los, dieses Mal stand Södermalm und vor allem das Szeneviertel SoFo (South of Folkungsgatan, nach dem Vorbild SoHo in NYC) auf dem Plan. Mit Citybikes fuhren wir durch die relativ leeren Straßen von SoFo und Södermalm und genossen den Ausblick von der Sofia Kyrka (Sofia Kirche) über Södermalm und von Fjällgatan auf die inseln Djurgarden und Skeppsholmen.

Am Flughafen angekommen nutzten wir die Chance auch dort noch einmal zu cachen und auch das Jumbo Stay Hostel in einer alten B747-200 aus der Ferne zu betrachten bevor es mit SAS zurück nach Frankfurt ging. Der Rückflug verlief relativ ruhig, allerdings gibt es bei SAS an Bord  außer Tee und Kaffee keine kostenlosen Getränke oder gar Snacks im Angebot, umso mehr freuten wir uns über den – auch an Sonn- und Feiertagen geöffneten – Rewe Supermarkt im Squaire am Frankfurter Flughafen… :)

Fazit: Stockholm hat mein Herz erobert! Man kann die Stadt (zumindest bei gutem Wetter) in zweieinhalb Tagen bestens zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden, die Schweden sprechen fast ausnahmslos perfektes Englisch und sind sehr zuvorkommend und freundlich. Essen, aber vor allem alkoholische Getränke sind allerdings teurer als in Deutschland.

Tipps zum Geocachen in Stockholm:

- Ausrüstung:

OSM Freizeitkarte für das GPS-Gerät (Garmin in unserem Fall) funktioniert, die GPS-Genauigkeit vor allem in der Gamla Stan ist aber katastrophal (enge Gassen), daher Caching-Auge bzw. -Erfahrung von Vorteil :)

Crumpled City Map als Ergänzung hat sich als sehr nützlich erwiesen

WLAN ist übrigens in allen 7eleven Shops, am Flughafen Arlanda ,… eigentlich fast überall kostenlos verfügbar

- Eine Auswahl an Caches, die uns besonders gefallen hat:

On The Tourist Trail: sehr schöne Serie um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt mitzunehmen

Sofias Utsikt, Highest in Town, Montelius: Schöne Aussichten auf die Stadt

Oil Mill, Needs Maintenance?, 127/Skeppsholmen: Interessante Verstecke

Nybroviken, Humble Bee, Strandvägen: Schöne Orte, die man sonst vielleicht nicht entdeckt

 

 

Reisebericht
Christina
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Stockholm (City)
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